Auf Balkan-Tour: Oh, du schönes Montenegro!

Wie lange schwirrte mir eigentlich schon dieses Bild im Kopf herum?? Eine kleine süße Bucht, umgeben von hohen Bergen und einem See, auf dem selbst die riesigen Kreuzfahrtschiffe wie kleine Nussschalen aussehen? Ich glaube, ich habe zu viele Kreuzfahrt-Dokus in der ARD gesehen... Aber die sind einfach Schuld daran, dass die Bucht von Kotor es ganz oben auf meine Bucketlist geschafft hatte. Schon so lange wollte ich dahin und auch den Rest von Montenegro kennen lernen! Und jetzt haben wir es einfach getan: ein Trip mit wenig Zeit, aber dafür ganz, ganz viel zu sehen. Fazit: Montenegro ist bisher noch komplett unterschätzt und das vollkommen zu Unrecht! Aber lest selber...


Unsere Route

  • KOTOR: Von Dubrovnik ging es mit dem öffentlichen Bus nach Kotor - meinem persönlichen Ziel dieser Reise! Und ich wurde nicht enttäuscht! Kotor hat eine traumhafte Altstadt voller kleiner Gassen und schmucken Boutiquen zu bieten! Aber Achtung: Wenn die Kreuzfahrtschiffe am Morgen anlegen kann es schon mal voll werden in der Stadt. 2 bis 5 Schiffe legen hier täglich an und bringen die Touri-Massen in die kleine Stadt! Mein Tipp: Eine Wanderung zur Festung von Kotor. Der Blick entschädigt dann auch für die 40-50 Minuten Treppenlauf!
  • BUDVA: So spontan würde ich sagen, dass Budva ein bisschen das Lloret von Montenegro ist: jede Menge Casinos (und mein erstes Mal Geld verspielen!), Bars und Kneipen! Aber: Auch Budva bietet wieder eine so traumhafte Altstadt und süße Gassen! Und wenn man ein Auto hat, kann man sogar zu den Buchten fahren, die sich in der Umgebung verstecken. Ein Highlight unserer Tour war auch die benachbarte Küstenstadt Petrovac, die noch recht untouristisch ist, oder Sveti Stefan, eine berühmte Halbinsel, die als Luxushotel verwaltet wird!

  • MANASTIR OSTROG: Eine der berühmtesten Sehenswürdigkeiten des Landes: ein kleines weißes Kloster, das wie aus Zauberhand in eine Felswand hinein gebaut wurde und keiner weiß genau, woher sie kommt. Heute ist sie auf jeden Fall die wichtigste Pilgerstätte der serbisch-orthodoxen Kirche und Touri-Magnet. Wir hatten Glück und kamen in der Früh, als noch keine Busse zu Besuch waren. Spirituelle Stimmung und ein schönes Ausblick garantiert! 
  • DURMITOR NATIONAL PARK: Das Bergmassiv im Norden von Montenegro gehört zum UNESCO Weltnaturerbe und bietet einfach nur Natur pur. Zum wandern, erholen, Ski fahren... wer etwas Ruhe sucht ist da genau richtig! Neben den Bergen gibt es auch jede Menge Seen und den Tara River, aus dem eine der tiefsten Schluchten der Welt hervor gegangen ist. Besonders einprägsam sind auch die vielen verlassenen Bauernhäuser aus älteren Tagen, die unweit der neu Fertigbauhäuser stehen. Letzteres erinnerte mich ein bisschen an die Naherholungs-Zentren der DDR ;)

  • NATIONALPARK BIOGRADSKA GORA: Und weiter geht es mit den traumhaften Nationalparks! Es erwartet euch ein wirklich idyllischer See mit kleinen Bungalows und Holzbötchen. In der Umgebung kann man Fliegenfischen oder entlang der ausgezeichneten Wege wandern. Und im Restoran Dobre Vode durften wir das leckere einheimische Essen genießen! Leckeres Fleisch & Sauce für echt gutes Geld!
  • PODGORICA: Die Straße vom Nationalpark in Richtung Podgorica, der Hauptstadt von Montenegro, führt entlang des Tapa Rivers, der sich nur so durch die Felsen hindurchschlängelt. An manchen Stellen sieht man einfach nur dunkle Schluchten links und rechts über sich und man hat das Gefühl, als ob der Fluss einfach die Berge mittendrin durchgeschnitten hat. Und selbst in Podgorica hinterlässt der Fluss seine Spuren und gibt der Stadt noch etwas Schönes. Ansonsten muss ich leider sagen, dass man sich diese Stadt wohl auch sparen könnte, da es außer ein paar kleinen Läden und einer großen Brücke nur recht viel Ostblock-Charme gibt. Also... Montenegro hat durchaus schönere Ecken!

Gut zu wissen:

  • GEOGRAFIE: Montenegro liegt an der schönen Adriaküste, umgeben von Kroatien und Bosnien-Herzegowina im Nord-Westen, Serbien und dem Kosovo im Nordosten und Albanien im Süden. Wenn wir mehr Zeit gehabt hätten, wäre ich gerne noch weiter entlang der Balkanroute gereist! Diese Region fasziniert mich irgendwie!
  • GELD: Noch als wir an der Grenze von Kroatien nach Montenegro waren, haben wir uns gefragt, welche Währung es dort gibt. Tja... die Antwort: den Euro! Denn Montenegro gehört zu den Staaten, die zwar noch nicht zur EU gehören, aber trotzdem die Währung verwenden. Vom Preis-Leistungs-Verhältnis her würde ich sagen, dass man dort schon günstig Urlaub machen kann. Übernachtung und Verpflegung sind deutlich günstiger als in Deutschland, wobei die Preise in den Touri-Hotspots vergleichbar sind. 
  • TRANSPORT: Der einzige internationale Flughafen des Landes liegt in Podgorica und fliegt u.A. zum Allgäu-Airport nach Memmingen. In und zwischen den Städten gibt es zahlreiche Busse, die man nutzen kann - entweder die Local oder die Touristen-Variante. Am flexibelsten ist man aber doch mit einem Mietwagen, den man sich in den Städten holen kann. So kann man zwischendurch immer mal anhalten, wenn man was Schönes sieht.
  • SPRACHE: Montenegro besteht aus vielen kleinen Minderheiten, die teils auch noch ihre eigene Sprache sprechen. Landesweit gelten aber Montenegrinisch und Serbisch als die meist gesprochenen Sprachen. Während man in den Touri-Destinationen auch noch gut mit Englisch oder sogar Deutsch weiter kommt, wird es landeinwärts schon schwieriger. Zudem werden dort auch oft noch kyrillische Schriftzeichen verwendet, was das Lesen von Schildern manchmal zu einer Herausforderung macht. Straßenschilder sind aber fast immer in lateinischen Buchstaben gedruckt.

  • TOURISMUS: Montenegro zählt zu den Destinationen, bei denen im Tourismus ein absoluter Aufschwung zu erwarten ist. Während das Land früher noch oft negativ mit den Balkankriegen in Verbindung gebracht wurde, kommen mittlerweile immer mehr Reisende in das Land und entdecken die Strände und die unberührte Natur für sich.
  • UNTERKUNFT: Die Mehrheit der Unterkünfte in Montenegro sind privat geführte Appartements mit Selbstverpflegung. Hier kann ich euch folgende Unterkünfte empfehlen:
  1. Castello in Kotor: ein komplett neu errichtetes Haus mit einem wunderschönen Blick auf die Schiffe, in Laufnähe zur Altstadt und mit einer ganz hilfsbereiten Besitzerin.
  2. Apartments Vidikovac in Budva: schönes Hotel, bei dem man im Pool den Sonnenaufgang über der Stadt genießen kann
  3. Garni Hotel Piramida in Podgorica: Einfaches Hotel mit Whirlpool.

Meine Highlights

  1. Der Blick vom Lovcen Nationalpark (am View of Kotor) auf die riesige Bucht von Boka - von der Adria bis hin zur Stadt Kotor, wo die "kleinen" Kreuzfahrtschiffe liegen. Ein Traum ging in Erfüllung - sooo schön!
  2. Die Saarschleife 2.0, wie wir sie immer genannt haben. Inmitten der Wälder rund um Podgorica schlängelt sich ein Fluss in Richtung Skadarsee und macht an diesem Punkt eine schöne Biegung. Und dann sitzt man oben auf dem Berg, genießt die Ruhe und lauscht den Fröschen, Reihern und anderen wilden Tieren. Natur pur!
  3. Der Tara River Canyon gehört zu einen der höchsten Fluss-Canyons der Welt und befindet sich inmitten der Schwarzen Berge von Montenegro. Wenn man Glück hat blühen die Wälder in einem satten Grün und bilden den perfekten Kontrast zu dem türkisblauen Wasser des Tara Rivers! Und wer noch etwas Mut hat, kann sich auch von der einen auf die andere Seite abseilen.

Meine Empfehlung

Tjaaa... wem würde ich Montenegro empfehlen?? Also definitiv allen Naturliebhabern, Wanderern, Ruhesuchenden... aber auch Sonnenanbetern und Strandfanatikern. Wie sieht es mit euch aus?? Falls ihr noch weitere Infos dazu sucht, schaut doch auch mal hier vorbei:

 


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