12 Stunden im Oman - ein Stopover Guide

Der Oman schwirrt mir schon länger im Kopf herum… Vor zwei, drei Jahren hatte ich meinen ersten Zwischenstopp in Muscat und war fasziniert von den langen Gewändern der „Scheichs“, den strahlend-weißen Gebäuden wie aus 1001 Nacht und dem ganzen Prunk, der dort gelebt wird. Schon alleine im Flughafen wurde ich ständig an einen meiner Lieblings-Disney-Filme Aladin erinnert! Doch bisher haben wir uns aufgrund der hohen Reisekosten immer dagegen entschieden – bis wir im August unsere Reise nach Sansibar buchten – inklusive Zwischenstopp in Muscat! So konnten wir uns am besten einen Eindruck dieses Wüstenstaates machen. Komm mit...


Greater Muscat

Chance genutzt, würde ich mal sagen. Auf diese Weise konnten wir uns einen ersten Eindruck vom Land und den Leuten machen, sodass wir danach mit einem staunenden „Wow“ weiter reisen konnten. Für den Aufenthalt hatten wir genau 12 Stunden Zeit – von Sonntagmittag 14 Uhr bis um 2 Uhr in der Nacht. Und diese Zeit nutzten wir wirklich ausgiebig. Schon als wir ankamen, lernten wir direkt zwei Mädels aus München kennen, die den gleichen Plan und denselben Rückflug hatten! Zu viert wollten wir uns ein Taxi teilen, um in die Innenstadt von Muscat zu fahren. Doch die Innenstadt zu finden, ist gar nicht so einfach. Das Erste, was man wissen muss: Muscat ist nicht gleich Muscat. Die ursprüngliche Altstadt von Muscat wurde vor einigen Jahren größtenteils abgerissen, um dort den Sultanspalast und einige Ministerien erbauen zu lassen. Ansonsten ist dieser Stadtteil eher ausgestorben und man muss nicht allzu lange dort bleiben. Westlich von der Altstadt erstreckt sich jedoch seit den 80er Jahren und mit einer Länge von über 50 km die Capital Area oder auch Greater Muscat genannt. Dieses Gebiet beinhaltet verschiedene Stadteile, die sich entlang der Küste an den Hängen der dahinterliegenden Berge reihen. 


Unsere individuelle Taxi-Tour

Unser erster gemeinsamer Stopp war Mutrah, ein Stadtteil unweit der Altstadt und mittlerweile der internationale Seehafen der Hauptstadt. Vom Flughafen bis nach Mutrah bezahlt man für eine 20-minütige Taxifahrt um die 10 Rial, als ungefähr 24 Euro, was ich als erste Sehenswürdigkeit nur empfehlen kann. Neben dem Hafen und einigen Restaurants ist Mutrah vor allem für seinen Souk berühmt. Wie auch die meisten anderen Geschäfte am Hafen ist der Souk zur Mittagszeit leider geschlossen und öffnet erst gegen 17 Uhr wieder seine Schaufenster. Daher nutzten wir die Zeit, um uns erst einmal mit der omanischen Küche vertraut zu machen. Das Fastfood `n` Juice Center hatten wir bereits vorher im Lonely Planet gesehen und es ausgewählt, da es gute Preise hatte und direkt am Eingang der Souks liegt. Dort verspeisten wir zahlreiche Fleischspieße, Humus und einen Mango-Lassie. Ein leckerer Start! Und da wir in der kurzen Zeit möglichst viel sehen wollten, passte es eigentlich ganz gut, dass direkt vor dem Restaurant eine Hop-on Hop-off Busstation war, wo wir uns weiter informieren konnten. Mit einem 24-Stunden-Ticket kann man Greater Muscat kennen lernen und die wichtigsten Sehenswürdigkeiten abfahren. Die Fahrt hat jedoch auch einen stolzen Preis von 24 OMR, also fast 60 Euro pro Person, weswegen wir uns im Endeffekt dagegen entschieden haben. Glücklicherweise sprach uns direkt vor der Busstation ein Fahrer an, der uns Muscat mit seinem Taxi zeigen wollte. Der Deal: Für 20 Rial fährt er uns die nächsten 4 Stunden zu allen wichtigen Sehenswürdigkeiten und wir bezahlen insgesamt nur 20 Rial, also 50 Euro für 4 Personen! Perfekt! Und ganz ehrlich: Bei diesen unglaublich blauen Augen, der braunen Haut und dem strahlend weißen Gewand konnte man gar nicht nein sagen. Und wie sich später herausstellte, war er auch wirklich sehr nett: er machte Bilder mit uns, erzählte uns etwas über seine Kultur und wir machten sogar Späße darüber, dass er uns drei Mädels doch in sein Harem aufnehmen könnte. ;) 


Sightseeing!!

Und so starteten wir in Mutrah in Richtung Osten, wo wir kleine Fotostopps am Incense Burner und einem Aussichtspunkt mit Blick auf die Altstadt machten. In Old Muscat gab es dann den ersten Wow-Moment: Dort standen wir dann also vor dem riesigen Al Alam Palast des Sultans und inmitten von strahlend weißen und prunkvoll errichteten Regierungsgebäuden. Aber das Wichtigste: Wie uns unserer Fahrer erzählte, sind einige der Gebäude nur zur Zierde errichtet wurden, d.h. sie haben gar keinen Nutzen! Und auch der riesige Sultanspalast dient nur für Staatsempfänge. Der Sultan selber wohnt auf einem anderen Anwesen im Landesinneneren. Und auch später, bei anderen Gebäuden, vor allem zu Regierungszwecken wurde schnell deutlich, dass es hier eher um einen schönen Schein geht, als um alles Andere. Gebäude, die nicht genutzt werden, Ministerien, die nur ein paar Stunden am Tag arbeiten… das ist der Oman. Natürlich ist es absolut beeindruckend, aber auch ein bisschen kurios, dass ein Land so reich sein kann, dass es das Geld nur so zum Fenster hinaus wirft. Und auch ein bisschen makaber – denn schließlich kämpfen keine 2.000 Kilometer entfernt die Menschen in Syrien im ihr Leben. Und der Oman nimmt definitiv keine Flüchtlinge auf…


Weiter geht es dann mit unserem Fahrer entlang der Küste zur Marina, an der die kleinen Boote der Omis liegen, bis nach Al Bustan, wo das neue Parlament des Staates steht. Danach geht die Tour in die Berge ins Landesinnere, wo wir ins Handelszentrum von Ruwi und zurück zum Business District von Mutrah kommen. Dort sieht man vorwiegend menschenleere Straßen, volle Autobahnen und zahlreiche Autohäuser. Aber kurz danach kommen wir nach Shati al Qurum, wo es wieder etwas schöner und touristischer wird. Dort befinden sich ein großer Park und eine Straße direkt am Strand entlang, an der sich zahlreiche Hotels & Restaurants befinden. Und wenn man möchte kann man sich auch einfach auf die Promenade setzen und reichen Urlaubern dabei zuschauen, wie sie sich beim Jetski-Fahren versuchen. Direkt neben der Promenade wurde 2011 das Royal Opera House von Muscat eröffnet, welches vor allem im Dunkeln ziemlich beeindruckend aussieht. Als wir gerade vor Ort waren, wurde eine große Feier zu Ehren des Sultans dort aufgebaut. Der Sultan Quaboos ist quasi eh die wichtigste Person im ganzen Land: Staatsoberhaupt, Geistlicher und wie ich gerade gelesen habe auch Premier-, Verteidigungs-, Finanz- und Außenminister seit 1970, als er seinen Vater gestürzt hat. Gefühlt wurde auch jedes dritte Gebäude oder jeder große Straße nach dem Oberhaupt des Landes benannt, wie zum Beispiel die Sultan Qaboos Grand Mosque, die wir auf der Rückfahrt zum Flughafen noch von der Autobahn gesehen haben. 


Und ein "Wowww" zum Schluss

Inzwischen ist es bereits Abend und wir haben die wichtigsten Sehenswürdigkeiten von Muscat gesehen. Mit der Bitte, uns bei einem traditionellen Restaurant heraus zu lassen, verabschieden wir uns bei unserem tollen Fahrer mit den eisblauen Augen. Das Restaurant ist dann doch etwas anders als erwartet: Zu viert werden wir in einen kleinen leeren Raum geführt, wo wir uns auf den Boden setzen und arabisches Essen bestellen. Die Atmosphäre ist etwas gewöhnungsbedürftig, aber das Essen war ganz ok und wir haben uns einfach mal darauf eingelassen. Danach wollen wir jedoch noch ein bisschen was erleben und suchen uns eine Rooftop-Bar für einen leckeren Sundowner raus. Mit dem Taxi fahren wir dann zum Crown Plaza Hotel, in dem ich aus dem Staunen gar nicht mehr heraus komme. Alleine das Foyer des Hotels ist einfach nur gigantisch und besteht gefühlt nur aus Glas und Gold. Und mittendrin sitzen mehrere Scheichs, die genüsslich ihren Kaviar essen. ;) Auch wenn wir mit der Rooftop-Bar leider kein Glück haben, genießen wir einen Cocktail an der Poollandschaft und schauen uns dann noch in der Sportsbar das Halbfinale der Rugby-Weltmeisterschaft an. Mit dem Taxi ging es dann gemütlich zurück zum Flughafen, wo wir zwei Stunden später in den Flieger nach München steigen. Was für ein gelungener Abend in einem wirklich faszinierenden Land! 


Gut zu wissen:

-VISUM: Das Transfer-Visum kann direkt vor Ort beantragt werden, geht relativ schnell und kostet 12 Dollar.

 

-INFRASTRUKTUR: In Muscat werdet ihr nur neue Autobahnen und ausgebaute Straßennetze finden. Am besten kommt ihr in der kurzen Zeit mit einem Taxi weiter. Jedoch solltet ihr vorher mit dem Fahrer die Zeiten absprechen, da es zu gewissen Zeiten Staus gibt.

 

-KOSTEN: Der Oman ist definitiv nicht das billigste Land. Vor allem für Übernachtungen und Veranstaltungen sollte man sogar mehr Geld als in Deutschland einplanen. Für 1 Omanischen Rial  kann man ungefähr 2,40 Euro einplanen.

 

-VERHALTENSREGELN: Der Oman ist ein streng muslimisches Land, weshalb man bei seiner Kleidung darauf achten sollte, dass nicht zu viel gezeigt wird. Die Omanis sind schon an Touristen gewöhnt, allerdings sollte man einfach ein bisschen Respekt zeigen.


Mein Fazit:

Der Zwischenstopp in Muscat war eine super Entscheidung – vor allem, weil wir die ganze Zeit schon den Oman als Reiseziel im Kopf hatten. Wir hatten im Nachhinein tolle 12 Stunden, in denen wir so viel gesehen haben und uns einen guten Eindruck machen konnten: Prunk & Reichtum, nette Einwohner und eine einzigartige Landschaft – das ist der Oman für mich. Vielleicht sehen wir uns in ein paar Jahren wieder. Die Wadis & Tauchgebiete stehen auf jeden Fall noch auf meiner Liste!


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Kommentare: 8
  • #1

    Anna (Montag, 08 Februar 2016 17:45)

    Der Oman als Zwischenstopp ist sicher eine gute Lösung. Etwas ähnliches hatte ich mal mit Dubai im Sinn, ist aber bisher auf Eis gelegt, weil es dieses Jahr in die andere Richtung geht. Aber wenn Asien auf dem Programm steht, werde ich darauf noch einmal zurückkommen. Schöner Artikel!

    Herzlich,
    Anna

  • #2

    Maria von Fernwehzauber (Montag, 08 Februar 2016 17:49)

    Liebe Anna,

    oh ja, ich hatte Muscat vorher auch noch gar nicht auf meinem Radar. Aber es hat sich wirklich gelohnt ;) Und es reichen auch ein paar Stunden um einen guten ersten Eindruck zu bekommen!

    Dankeschön & liebste Grüße
    Maria

  • #3

    Victoria (Montag, 12 Dezember 2016 22:51)

    Hallo Maria,

    Ich hab gerade diesen Bericht gefunden und er kommt wie gerufen. Wir werden im Januar auch 10 Stunden Zeit haben Muscat zu erkunden.
    Noch ist mir aber nicht ganz klar wie das mit dem Visum ist. Bekommt man das einfach am Flughafen oder beantragt man das bei der Fluggesellschaft? Ich finde nicht wirklich Informationen darüber.

    Danke für deine Antwort und viele Grüße Victoria

  • #4

    Maria von Fernwehzauber (Dienstag, 13 Dezember 2016 08:59)

    Hey Victoria,

    ja super - dann mach das unbedingt!
    Bezüglich Visum musst du dir keine großen Sorgen machen. Wir sind einfach spontan am Flughafen an den Schlater gegangen und haben uns dort ein Visum geholt. Im Pass habe ich den Visumsstempel und dann nochmal jeweils einen für Exit und Entry. Alles Andere ist leider etwas unleserlich... ;) Hier findest du aber die aktuellen Kosten für das Visum: http://www.oman.de/omanreisen/einreise-ueberblick-visa/

    Viel Spaß & genieß es!
    Liebe Grüße
    Maria

  • #5

    Anja (Samstag, 14 Januar 2017 20:50)

    Liebe Maria,

    der Artikel gibt wirklich einen tollen ersten Eindruck, was man in Maskat so erwarten kann :) Wir fliegen am Donnerstag und haben etwa genauso viel Zeit, um uns vom Oman beeindrucken zu lassen - ich bin schon unendlich gespannt! Heute haben wir uns allerdings spontan für einen Mietwagen entschieden, da die Stadt doch recht weitläufig zu sein scheint und wir uns so auch außerhalb ein wenig umsehen können. Es wird sich zeigen, ob das tatsächlich eine gute Idee war :)

    Hab auf jeden Fall lieben Dank, dass du deine Maskat-Erlebnisse geteilt hast!

    Viele liebe Grüße
    Anja

  • #6

    Maria von Fernwehzauber (Montag, 16 Januar 2017 10:01)

    Liebe Anja,

    vielen lieben Dank für deine nette Nachricht!
    Ich bin gespannt wie euer Stopover wird. Wo geht es denn danach hin bzw. von wo kommt ihr?

    Ich hoffe, ihr habt eine schöne (kurze) Zeit in Muskat und könnt euch ein bisschen von der Magie aus 1001 Welt verzaubern lassen!
    Bin gespannt, was ihr danach berichtet!

    Beste Grüße
    Maria von Fernwehzauber

  • #7

    Claudia (Donnerstag, 09 Februar 2017 19:31)

    Liebe Maria,

    vielen Dank für deinen Bericht. Er trägt alle Informationen, nach denen ich gerade auf der Suche bin.

    Wir fliegen in zwei Wochen nach Nepal und Indien mit 7 Stunden Aufenthalt in Maskat, von 7 - 14 Uhr.
    Gut zu wissen, dass man das Transitvisum problemlos am Flughafen bekommt und mit welchen Kosten man für ein Taxi mit Fahrer rechnen kann. Zeitlich sind wir zwar eher auf 4-5 Stunden begrenzt, aber einen kleinen Eindruck von dem Land müsste man doch auch in der kurzen Zeit bekommen.

    Herzliche Grüße,
    Claudia

  • #8

    Maria von Fernwehzauber (Dienstag, 14 Februar 2017 07:34)

    Liebe Claudia,

    freut mich sehr, dass ich euch weiter helfen konnte!
    Ich habe deinem Mann (nehme ich mal an ;) eben noch bei Facebook geantwortet!

    Wenn ihr noch Fragen habt, meldet euch gerne!
    Ganz liebe Grüße,
    Maria