Mein erster Eindruck von Sansibar: Paradies!

Alles begann an einem Montag Morgen an einem kleinen, rustikalen Flughafen, inmitten der Dunkelheit und ohne jeden weiteren Plan. Die erste Überraschung: die doch so als Traumdestination bekannte Insel ist doch weniger touristisch als ich gedacht habe. Schon alleine der "Flughafen" erinnerte mich eher an eine Bahnhofshalle, als an einen internationalen Flughafen! Von dort aus ging es dann in unser erstes Hotel, dem La Madrugada Beach Resort, im Süden der Insel, wo man außerhalb des Hotels fast nur Einheimische sieht. Dort begann dann unser Abenteuer im absoluten Paradies! Aber lest selber, wie mein erster Eindruck von Sansibar und unserem Hotel war.



Makunduchi

Makunduchi, ganz im Süden von Sansibar, wird im Reiseführer kurz als verschlafenes Dorf erwähnt, in dem lediglich einmal im Jahr zum (persischen) Neujahrsfest im Juli etwas los ist. Ansonsten gibt es hier nur wenige ausgeschilderte Hotels, von denen ich bisher aber nur unseres gesehen habe. Aber was soll's - dafür können wir an einem einsamen Strand spazieren gehen und die Einheimischen in ihrer gewohnten Umgebung beobachten. Da es bisher ja mein erstes Mal in Schwarzafrika ist, war ich besonders gespannt. Mein erster Eindruck: die meisten Einheimischen sind sehr nett zu uns und begrüßen uns immer erstmal mit einem freundlichen "Jambo". Das war es dann aber auch schon mit meinem Swahili - schade, denn die meisten Locals verstehen und sprechen nur schlecht Englisch. Eine weitere Überraschung: die Insel ist doch muslimischer als ich dachte! Ich habe bisher noch keine Sansibari-Frau gesehen, die westlich gekleidet war, also komplett ohne einen Schleier und Burka. Außerhalb des Hotels fühle ich mich in längeren Sachen deutlich wohler, was aber nicht wirklich schlimm ist. Und noch ein Highlight: Ich habe gestern meinen ersten Massai-Mann gesehen! Nicht, dass ich mich hier noch verliebe ;)


La Madrugada Beach Resort

Nachdem wir mitten in der Nacht auf Sansibar angekommen sind, konnten wir zum Glück direkt unser Zimmer im La Madrugada Beach Resort beziehen und uns erst einmal von den Strapazen des Fluges erholen. Dort angekommen schliefen wir ein, zwei Stunden, bevor wir von lautem Gesang und vielen Stimmen geweckt wurden. So wie wir später erfahren haben, fand an diesem Tag aufgrund der bevorstehenden Wahlen eine Veranstaltung der größten Partei des Landes statt. Und aus diesem Grund fanden sich auch circa 50 in grün und gelb gekleidete Sansibari ein, die dort gemeinsam ihre Strategie verkündeten. Es wurde geredet, gesungen und viel gefeiert. Gegen Mittag, als die Veranstaltung ihr Ende nahm, wurde es ruhiger und wir machten unseren ersten Rundgang über die Anlage.

Der Strand

Zuerst ging es direkt zum Strand, der genau vor unserer "Haustür" lag. Das war der erste Moment, an dem ich gedacht habe, dass wir wohl an einem der schönsten Plätze der Welt sind: endlose Weite, weicher Sandstrand und vor allem komplett leer. Kein einziger Tourist hatte sich an den Strand verlaufen, lediglich ein paar einheimische Frauen und einige Ziegen liefern herum. Zu dieser Zeit wechselte es gerade von Ebbe auf Flut, so dass wir noch ein bisschen hinein laufen konnten. Die Gezeiten auf der Ostseite der Insel sind schon echt beeindruckend. Alleine durch die Anziehungskraft des Mondes wird das Wasser teilweise soweit vom Strand zurück gezogen, so dass man hunderte Meter laufen muss, um ins Wasser zu kommen. 


Die Hotelanlage

Wieder zurück in unserem Hotel konnten wir hier erst mal die Anlage besichtigen und alles ein bisschen auf uns wirken lassen. Die Hotelzimmer sind einfache Räume, die gemütlich eingerichtet sind und für ein paar Tage vollkommen reichen. Jeden Morgen wurde unser Bett gemacht und mit kleinen Blüten verziert, bevor es dann am Abend aufgedeckt wurde – mit viel Liebe zum Detail! Ansonsten hatten wir neben unserem Doppelbett noch ein kleines Bett, einen Kühlschrank, einen Schrank und ein einfaches Bad. Die Hotelanlage besteht aus mehreren aneinander gereihten Häusern, in dessen Mitte die zwei Pools und die Bar sind. Direkt daneben befinden sich ein großer Raum für Veranstaltungen und die Eingangshalle inklusive Essensraum. Dabei ist Raum hier wohl eher der falsche Begriff: Wie überall auf Sansibar gibt es offene Hallen, in denen das Leben stattfindet. Bedeckt sind sie meistens mit riesigen Palmendächern, die schon ein bisschen Urlaubsfeeling vermitteln. Unser Lieblingsplatz der Anlage war definitiv die Bar und die kleine Lounge. Dort genossen wir nicht nur die Abende bei einem leckeren Essen, sondern auch gute Gespräche und das Erlernen des traditionellen Spiels Bao. Hierbei müssen kleine Kugeln, die auf 32 Mulden verteilt sind, durch verschiedene Taktiken so verteilt werden, dass die gegnerische Seite leer ist oder nicht mehr agieren kann. Bei unserem ersten Spiel wurde uns noch ziemlich viel von Sari, dem Kellner, geholfen, so dass wir am Ende sogar (unverdient) gewonnen haben. Außerdem hat man auch in der Anlage einige Möglichkeiten, damit es nicht langweilig wird. Neben der Poolanlage gibt es ein Beachvolleyballfeld, eine Slackline, verschiedene Spiele und Bücher, als auch einen Spa-Bereich. Zudem kann man sich an der Rezeption problemlos Fahrräder, Roller oder ein Auto mieten. Lustigerweise hatten wir als erfahrene Rollerfahrer dort das erste Mal das Vergnügen mit einem Roller mit Schaltung. Soviel kann ich sagen: Salomon, der Hotelmanager, war bestimmt etwas besorgt, als wir etwas holprig davon fuhren. 


Das Besondere

Generell war es in unseren zwei Tagen immer so, dass uns die Angestellten des Hotels immer super geholfen und unterstützt haben. Am Anfang fühlten wir uns schon noch etwas unsicher, was wir auf einer muslimischen Insel machen sollen oder lieber nicht und wie sicher die Gegend ist. Aber dadurch, dass wir mit allen Fragen zu den Hotelangestellten gehen konnten, fühlten wir uns gleich schnell wohl. Vor allem Salomon, der neben dem Deutschen Jürgen das Hotel führt, verzauberte uns immer mit seiner offenen und freundlichen Art. Immer wieder versuchte er bei uns seine (doch ganz guten) Deutschkenntnisse anzuwenden, was meistens ganz lustig klang. Er war dann auch derjenige, der uns einen Roller oder ein günstiges Taxi besorgte, sodass wir die Insel erkunden konnten. 

Mein Fazit

Makunduchi ist ein kleines Dorf auf Sansibar, dass vor allem noch mit seiner Natürlichkeit punktet. Wer also Partyurlaub machen will, ist im La Madrugada falsch. Dafür kann man hier aber wirklich ein paar schöne Tage in einer tollen Umgebung und mit lieben Menschen verbringen. Das Hotel eignet sich also perfekt für alle Erholungssuchende, auch Familien, die für ein gutes Preis-Leistungsverhältnis eine schöne Zeit verbringen wollen. Das La Madrugada ist defintiv kein 5-Sterne-Hotel, aber für 60-80 € pro Doppelzimmer/Nacht auf Sansibar schon ein ganz gutes Hotel. Meine Highlights: die schöne Außenanlage mit den zwei Pools & der Bar (abgesehen vom einmaligen Strand) und die liebenswerten Menschen, die dort arbeiten. 

 

Du willst mehr Information? Dann schau hier: Website, Boooking

 

Adresse:

La Madrugada Beach Resort

Makunduchi, Zanzibar Tanzania

Tel. +255 777 423331

Mail: reservation@lamadrugadaresort.com

skype: madrugadaznz

 

Asante sana! Vielen Dank für die Bereitstellung des Doppelzimmers und den tollen Aufenthalt!


Ein Hilfsprojekt für die Zukunft

An unserem ersten Abend an der Bar lernten wir auch Nico kennen. Nico kommt aus der Schweiz, hat 11 Jahre lang in einer Bank gearbeitet, bevor er schließlich die Reißlinie gezogen hat und weggegangen ist. Danach reiste er einige Zeit durch den Süden von Afrika und durch Marokko, bevor er vor 2 Wochen nach Sansibar kam, um eine Hilfsorganisation zu unterstützen. Die CAAA ist ein Schweizer Verein zur Ausbildung und Förderung von Menschen in Afrika. Ihr Ziel in Makunduchi ist es, eine Stätte zu errichten, die sich um die Zukunft der Sansibari kümmert und ihnen eine Perspektive aufzeigt. Dazu bauen sie zwei Gebäudekomplex: eine Schule, in der die Menschen ausgebildet werden und ein Hostel, direkt am Strand von Makunduchi, in dem sie dann später arbeiten können. Das Problem auf Sansibar ist es nämlich, dass viele der Einheimischen kein Englisch sprechen und somit nicht im aufstrebenden Tourismus arbeiten können. Aktuell ist es so, dass viele Arbeiter vom Festland kommen und die Sansibari so gar keine Chance auf einen Job haben. Doch das soll sich dank der Arbeit des Vereins zumindest im Süden ändern. Nico ist hier dafür verantwortlich, vor Ort die Organisation zu leiten und ein Auge auf die Bauarbeiten zu haben. Hier arbeitet er mit einer Architektin, zahlreichen Fundis (ähnlich dem deutschen Meister) und anderen Arbeitern zusammen, die Stück für Stück die Gebäude am Makunduchi Beach fertig stellen. Denn das, was man in Afrika unbedingt benötigt, ist Zeit & Geduld. Bisher wird die Aktion ausschließlich aus Spenden finanziert, bevor es sich dann nach Fertigstellung von selbst finanzieren soll. Nico ist noch bis Ende des Jahres hier. Ich bin gespannt, wie es sich in dieser Zeit entwickelt. Auf seinem Blog werden wir die Entwicklung des Projektes und seine Abenteuer auf Sansibar verfolgen! Hut ab: ein tolles, nachhaltiges Projekt für die Zukunft von Sansibar!


[KOOPERATION]

Die Hotel-Reviews entstehen in den meisten Fällen durch gemeinsame Kooperationen zwischen mir und den jeweiligen Hotels und sind immer gekennzeichnet. Diese sieht so aus, dass ich mir die Mühe mache und vor meinen Reisen viele, viele Hotels anschreibe und anfrage, ob sie Interesse an einem Review haben. Im Gegenzug dafür bekomme ich eine Vergünstigung oder einen kostenlosen Aufenthalt in den Hotels. Die Bewertung hier bei Fernwehzauber ist aber ausschließlich meine persönliche Meinung und wird nicht durch die Kooperation beeinflusst. Ich will euch lediglich meinen Eindruck von dem Hotel schildern und Tipps geben, so wie auch hier beim La Madrugada Beach Resort.

Lust auf noch mehr Trauminsel-Feeling?

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Kommentare: 2
  • #1

    Anni (Sonntag, 01 November 2015)

    Also da ich so gar kein Party-Urlauber bin, klingt das Hotel wie für mich gemacht :) Bisher bin ich noch gar nicht auf die Idee gekommen, mal nach Sansibar zu reisen. Aber deine Bilder sehen traumhaft aus und vielleicht schaue ich dann doch mal vorbei :)
    Auch schön zu lesen, dass die Angestellten im Hotel so nett und hilfsbereit waren. Ich finde, so etwas ist wirklich wichtig, wenn man in für uns so fremde Länder reist. Und ich finde es toll, dass du über das Projekt berichtest :)
    Liebe Grüße, Anni

  • #2

    Maria von Fernwehzauber (Dienstag, 08 Dezember 2015 10:59)

    Liebe Anni,

    vielen Dank für dein nettes Feedback!

    Ich hatte Sansibar definitiv auch nicht auf meiner Bucket List, aber jetzt bin ich soooo froh, dort gewesen zu sein. Schau einfach mal bei Urlaubsguru - dort gibt es immer wieder tolle Angebote, auch für das La Madrugada!

    Sansibar ist auf jeden Fall eine Reise wert: Ganz liebe Menschen, unglaublich weiße Strände & eine tolle Atmosphäre! ;)

    Liebe Grüße
    Maria